Neujahrsfest 2017

Die rund 800 Gäste erlebten im Congress Park Hanau ein Feuerwerk der Klänge und Farben. Das abwechslungsreiche Programm gab den Gästen einen Einblick in viele Facetten der chinesischen Kultur. Neben Oberbürgermeister Claus Kaminsky sprach mit Qizhi Lu auch ein Vertreter des chinesischen Generalkonsulats Frankfurt ein Grußwort. Zuvor hatte KRS-Direktor Jürgen Scheuermann als Gastgeber die Gäste begrüßt. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem chinesischen Generalkonsulat und der chinesischen Künstler-gruppe Huaxing Arts Group statt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, talentierte Nachwuchskünstler zu fördern.
  
Dass heute Chinesen und Deutsche gemeinsam das chinesische Neujahrsfest feiern, sei vor 40 Jahren undenkbar gewesen, so Jürgen Scheuermann in seiner Begrüßung. Seit 2008 pflege die KRS eine intensive Partnerschaft mit der High School in Sanmen, einer 600 000 Einwohner-Stadt südlich von Shanghai. Zwei Jahre später habe auch die Stadt Hanau nachgezogen. Seit 2010 gibt es eine Städtepartnerschaft zwischen der chinesischen Millionenmetropole Taizhou und Hanau. Zur bezirksfreien Stadt Taizhou, wo heute etwa 6,5 Millionen Menschen leben, gehört auch Sanmen. „Wir bauen eine Brücke zwischen jungen Deutschen und jungen Chinesen“, warb Scheuermann für die deutsch-chinesische Freundschaft.
Qizhi Lu vom chinesischen Generalkonsulat in Frankfurt wünschte zunächst seinen Landsleuten ein gutes, neues Jahr. 2017 sei nach den chinesischen Tierkreiszeichen das „Jahr des Hahns“. In seinem Grußwort zeigte sich Lu überzeugt, dass die deutsch-chinesische Freundschaft auf einem guten Weg sei. Erst kürzlich habe Bundespräsident Joachim Gauck die Volksrepublik bereist, Kanzlerin Angela Merkel sei bereits zweimal in China gewesen. Doch nicht nur auf der obersten politischen Ebene sei ein Austausch notwendig, sondern auch zwischen den Menschen beider Völker. Im Fokus müsse das Interesse an der anderen Kultur stehen. Hier leiste die KRS mit ihrer Schulpartnerschaft „Beeindruckendes“.
Auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky war voll des Lobes. Einen solchen Abend zu organisieren, sei mit viel Engagement verbunden. Für 2017 wünschte er den Gästen „Glück und Erfolg“. Insgesamt hoffe er, dass 2017 vielleicht ein bisschen friedlicher werde als 2016.
Das Programm startete zunächst mit einem Trommelwirbel. Die Musiker Chen Huiling und Yu Hang begrüßten lautstark das neue Jahr. Etwas leisere Töne schlugen dagegen die vier Solisten Zhao Cheng, Chen Yu, Yan Jialong und Yan Feifei an. Mit ihrer „Ouvertüre zum Frühlingsfest“ verzauberten sie das Publikum klanglich. Farblich hingegen dominierten die bunten Kostüme der Akteure, wobei besonders die rote Farbe hervorstach. Sie gilt in China als „Farbe des Glücks“ und findet insbesondere beim Frühlingsfest vielfältige Verwendung. Denn das chinesische Neujahr wird auch als „Frühlingsfest“ bezeichnet.
Nach diesem gelungenen Auftakt sorgte Stimmenimitator Lu Jianbo für den einen oder anderen Lacher beim Publikum, als er seinen Bauernhof mit allerlei Getier vorstellte. Überzeugen konnte auch Tänzerin Jiang Haolin mit ihrer Choreografie. Sie hatte 2014 in China den nationalen Jugendtanzwettbewerb gewonnen. Mit ihrem Stück „Schnee des Glücks“ verführte sie die Gäste in eine bizarre Eislandschaft. Viel Applaus erhielten auch die Kung Fu-Kämpfer. Mit ihren akrobatischen Einlagen sorgten sie bei den Gästen für großes Staunen.
Mit viel Applaus wurden auch die Gesangsdarbietungen des Kinderchores der KRS bedacht. Unter der Leitung von Dirigent Jens Weismantel präsentiere der Chor die beiden Stücke „Auf Flügeln des Gesanges“ und „Der Mond ist aufgegangen“. Für den ersten Teil des ersten Stückes hatten die jungen Sängerinnen und Sänger sogar etwas Chinesisch gelernt. Mit „Loch Lomond“ und „A Medieval Christmas“ sorgte schließlich das Blasorchester der KRS für einen melodischen Abschluss.
Es war ein gelungener Gala-Abend, der vielleicht die eine oder andere Brücke zwischen Deutschen und Chinesen bauen konnte.

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